Sonntag, 31. Dezember 2017

Happy New year....

Wie ein Symbol der Spiele... 
Heute ist der letzte Tag des Jahres und bereits am Morgen rüstete man sich hier für das große Ereignis. Uns hat die Tatsache nicht los gelassen, dass man olympische Sportstätten einfach sich selbst überlässt. So fuhren wir am Morgen wiederum mit der Straßenbahn Richtung Meer zum Olympiagelände, wo vor 13 Jahren noch Medaillen im Softball, Fechten oder unter den Kanuten vergeben wurden.

Terminal des Flughafens

zurückgelassenes Stadion

Athen haben diese Spiele gebeutelt und manche sehen dieses Großereignis als Beginn der Wirtschaftskrise Griechenlands. Die Kosten für die Spiele haben sich mit fast 10 Mrd. Euro mehr als verdoppelt und das Land in den Ruin getrieben. Aber nicht nur hier werden Stätten des IOC oder der FIFA sich selbst überlassen. Denkt man nur an das riesige Mane'-Garrincha Stadion in Brasilia zur Fußball WM 2014, welches mit 450 Millionen das teuerste jemals erbaute Stadion ist. Es steht jetzt leer und hat so vielen vertriebenen Menschen aus den Favelas Leid gebracht. Das gleiche Spiel auch in Südafrika oder Sotschi.


abgesperrte Brücke zum Gelände 
Wir stiegen beim alten Flughafengelände aus und gingen durch ein offenes Tor. Sehr gruselig der Ort. Alles einfach so hinterlassen. Nichts zurück gebaut: fahrbare Rolltreppen, die Schilder von Departure und Arrival, überall Müll und Graffitis. Hinter dem Flughafen befinden sich die alten Stadien. Jedoch versperrte ein meterhoher Zaun den Weg. Gerade als ich durchkriechen wollte, verfolgte uns die Security mit dem Auto.
Das Tor nach nirgendwo. 



Also verließen wir unverrichteter Dinge das Gelände. Von der Straße konnte man doch einen Blick auf ein Stadion erhaschen. In dem Moment, wo ich es fotografieren wollte, hupte der Mann im Auto und fuchtelte rum. Was will man vertuschen? Dass, man so viel Geld verschwendet hat?

Akropolis vom Philopappos 

So, zurück ging es in die Stadt. Immer wieder laufen musizierende Leute durch die Straßenbahn und erhoffen sich ein paar Euro. Dieses Mal auch mehrmals singende Kinder mit Weihnachtsmannmützen und Triangel. Jedoch waren es keine Roma, die man hier überall sieht. Ob es zu Silvester ein Brauch ist, konnten wir nicht rausfinden. 



Heute wollten wir noch den letzten Berg Athens erklimmen - den Philopappos Hügel mit seinen 147m. Es ist ein schöner Spaziergang durch ein kleines Wäldchen. Immer wieder bieten sich fantastische Ausblicke auf die Akropolis und das Meer. Und nicht nur das, auch Schildkröten bevölkern den Berg.


Blick nach Piräus 

Unser Rückweg führte über den archäologischen Boulevard, entlang der Tempelanlagen. Und genau hier, war DER Augenblick. Ein Athener Straßenmusiker, der sich Wisdom Son nennt, spielte auf seiner Gitarre hinreißend, romantische Lieder. Die Leute saßen auf der Mauer entlang der Promenade, spielten Brettspiele oder lauschten einfach der Musik. Im Hintergrund stieg die Akropolis empor und die Sonne wärmte diesen Dezembertag auf über 20 Grad Celsius. 

Wisdom Son 

Wenn man so viel reist und so viel gesehen hat von der Welt, sind unvergessliche und atemberaubende Momente nicht mehr so oft. Dann kommt ein Kerl mit einer Gitarre, an einen eigentlich touristisch überfüllten Ort und schafft eine Stimmung, die man nie vergisst.

Am Abend schien die Stadt wie ausgestorben für Athen-Verhältnisse. Wo waren die ganzen Leute hin? Vorab hatten wir uns schon darüber informiert, dass sie Silvester mit Familie in Restaurants verbringen. Aber die waren auch nicht so voll.

Nach einem letzten Essen und dem Treffen von dunklen Gestalten, die versucht haben etwas aus unserem Rucksack zu holen, sind wir zurück ins Hotel. Eigentlich wollten wir nachts nochmal auf dem Philopappos Hügel klettern, aber das haben wir uns aufgrund der Ereignisse verkniffen. Auf uns wartete eine Dachterrasse mit einem tollen Feuerwerk über der Akropolis. 

Samstag, 30. Dezember 2017

Ein Tag am Meer...

Unser Geschenk. 
Nachdem wir gestern diesen riesigen Marsch hinter uns hatten, wollten wir es heute etwas gemütlicher angehen. Also entschlossen wir uns mit der Straßenbahn am Meer entlang nach Glyfada zu fahren. Da die Bahn noch einige Minuten brauchte bis zur Abfahrt, gingen wir nochmal in eines der vielen Cafés, um uns einen köstlichen und mit so viel Liebe zubereiteten Cappuccino zu holen. Wir wurden sofort freundlich begrüßt und unterhielten uns eine Weile. Am Ende hat die nette Besitzerin uns noch zwei Sesamkringel mit auf den Weg gegeben. Wirklich sehr nett.
Roma Straßenverkäuferin


Jachthafen von Glyfada 

Nach ca. 20 min erreichten wir das Meer. Sicherlich liegt es an der Jahreszeit, dass die vielen Beachclubs nicht offen haben und das ganze eher trostlos wirkt. Schaute man ins Landesinnere, wurde es nicht besser. Hier stehen am Meer entlang die teils verfallen Hallen und Stadien der olympischen Spiele von 2004 und ähneln einer Geisterstadt. Viel ist seit dem nicht passiert.
Bully am Strand - das wäre ein Leben 



Sie Strände sind sauberer als der gestern in Piräus. Aber auch hier gibt man sich wahrscheinlich nur im Sommer Mühe alles ordentlich und einladend zu halten. Dennoch hatten wir einen schönen und entspannten Urlaubstag am Meer mit kilometerlangem Spaziergang entlang des Wassers.

Wilson heißt er. 


Glyfada selbst ist ein netter Küstenort mit gemütlichen Cafés. Auch hier gibt es unzählige Jachten, die im Hafen liegen. Irgendwann nachmittags fuhren wir zurück ins überfüllte Athen. Hier merkt man erst recht, wie gut die Ruhe tat.
Orthodoxe Kirche in Glyfada 
Zimmerausblick auf die Akropolis
Abends zeigte sich ein filmreifer Sonnenuntergang über der Stadt.





Akropolis und im Hintergrund das Meer 

Freitag, 29. Dezember 2017

Zwischen Müllbergen und Luxusjachten...

Da es heute 18 Grad Celsius und herrlicher Sonnenschein werden sollte, entschlossen wir uns in die Hafenstadt Piräus aufzumachen. Aber nicht wie alle mit der Metro - nein, wir gingen zu Fuß. Laufen gestaltete sich angesichts der wiederum glatten Fußwege in der Stadt als schwierig und wir schlittereten mehr oder weniger die unzähligen Kilometer bergab.
Trostlos und vermüllt. 

Kulturzentrum 

Blick auf Piräus 

Und hier, fernab  der Touristenziele, zeigte sich ein unschönes Bild: Müllecken und Hundehaufen. Nach 1,5 errichten wir das neu gebaute, mächtige Kulturzentrum mit der Nationalbibliothek Griechenlands. Umgeben ist es von einem schönen Park, Wasserbecken und sogar einer Eislaufbahn.

Blick auf Athen 

Freunde teilen. 

Trauriger Anblick 

Nach einer weiteren halben Stunde kamen wir am Meer an. Was in der Karte als Strand deklariert war, zeigte sich eher als Ort des Schreckens. Während im Hintergrund die riesigen teuren Schiffe vor Anker lagen, türmte sich hier  der Müll, der an Land gespült wurde. Und niemanden interessiert es.
Mikrolimano Marina 

Lecker Mittagessen 

Schwimmbad am Meer 

Wenige hundert Meter weiter befanden wir uns in einem der vielen Jachthäfen der Stadt. Hier stehen Luxusschiffe aus Malta oder sogar dem Oman. Gemütlich Fisch essen kann man direkt am Wasser, wenn man das nötige Kleingeld dabei hat. Wir zogen dann lieber eines, der kleinen Lokale mit Gyros vor. Insgesamt muss man sagen, dass die Preise in Athen wesentlich niedriger sind, wie noch vor 6 Jahren. Ob es an der Finanzkrise liegt oder wir uns in Deutschland mit unseren Preisen einfach  angepasst haben, weiß ich nicht.




Nach einer Stärkung wollten wir eigentlich noch die Halbinsel, auf der die Stadt liegt, umrunden. Aber nach stundenlanger Stadtwanderung und unzähligen Kilometern mussten wir das Vorhaben bei der Hälfte abbrechen. Die Strecke ist sehr zu empfehlen und gerade an der Südspitze hat man einen tollen Blick auf die Klippen und das Meer.
Piräus Jachthafen 



Nun waren es noch weitere 4 km quer durch die Stadt, bergauf und bergab, bis zur Metrostation. Eigentlich war der Plan auch wieder zurück nach Athen zu laufen, aber nach 25 km über Pflaster hätten wir die 12 km nicht auch noch geschafft. Zurück in Athen ist es vorbei mit der Stille und der volle Trubel hat einen wieder zurück.


Abends war auf dem Syntagma Platz wieder die Hölle los. Aber dieses Mal mit laut kreischender Elektromusik. Dazwischen liegen die vielen Straßenhunde und ziehen die Obdachlosen mit ihrem Hab und Gut entlang. Auch das ist Athen.

Kathedrale von Piräus 

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