Freitag, 31. August 2012

Finalcountdown

Bogota Kolumbien, den 30.08.2012

das einzige öffentliche Transportsystem Bogotas - Transmilenio


So, nun bin ich zurück in Kolumbien und genieße noch 2 Tage Ruhe in Bogota. Bis auf den Flugzeuglärm, der hier über mir herrscht.

Nachmittag bin ich ins zweitgrößte Einkaufszentrum Lateinamerika gefahren. Ja, und an Hand der Taxifahrt hat man gemerkt, dass man zurück ist. Meine Güte, du musst hier echt jeden Verstand ausschalten und dich einfach nur der Sache hingeben sonst stehst du Todesängste aus.



Papayas







Zum einen wegen dem extravaganten Fahrstil: das heißt fahren wo Platz ist, Stoppschilder hupend ignorieren, Abbiegen mit Vollgas, Spurwechsel ohne Sicherheitsabstand und und und. Ja zweitens ist man froh an dem Ort angekommen zu sein, wo man auch hin wollte. Mit der Weile kennt man sich ja nun hier aus und weiß die Richtungen. Aber wenn da auf einmal abgebogen wird, in irgendwelche grusligen Straßen, hofft man immer wieder, dass der Taxifahrer nur eine Abkürzung nimmt.



Zahnpasta





Ich stand heute ewig im Stau. Hat mich das gefreut. Taxi fahren ist zwar billiger wie in Deutschland aber dennoch nicht günstig. Ich dachte: das kann ja eine Rechnung werden. Dabei ist mir aufgefallen, dass der Taxameter hier langsamer läuft wenn das Auto steht und schneller läuft, wenn es schnell fährt. Ist das bei uns in Deutschland auch so? Na ja keine Ahnung fahre nie Taxi. Aber gute Erfindung.




das ist alles Milch - bei uns gibts max. 3 Sorten








Das Einkaufszentrum war riesig mit ca. 500 Geschäften. Gegeben hat es aber nichts. Warum ist in einem Land wie Kolumbien alles so teuer? Das kann doch nicht nur an der Hauptstadt liegen. Da müssen ja die Einkünfte der Einwohner weit über unseren liegen und das machen sie mit Sicherheit nicht.











So, morgen gehts nach Hause. Ich freu mich auch. 3 Wochen sind eine lange Zeit - die man nie vergisst. Ich hoffe der morgendliche Lufthansa-Streik hat keine Auswirkung auf meine Flüge und vor allem Samstag von Frankfurt nach Dresden. Wir werden sehen, irgendwas ist immer.

Donnerstag, 30. August 2012

Adiós querida La Paz....


Bogota Kolumbien, den 29.08.2012



Heute morgen war wieder Rucksack packen angesagt. Erstaunlicherweise hatte ich auf einmal so viel Platz. Na ja etwas habe ich ja auch in Kolumbien gelassen, wo es heute Abend noch hin zurück geht.



















Kabelbaum



Um 9 Uhr war aber erstmal Stadtrundfahrt. Man soll sich ja vor allem hier in Bolivien ein Taxi vom Hotel rufen lassen, um nicht in ein falsches zu geraten. Und was macht die Dame? Geht raus und ruft ein Taxi ran. Na prima. Das hätte ich auch selber gekonnt.




































Für die Stadtrundfahrt wurde auch eine Art Doppeldecker-Bus verwendet, aber wahrscheinlich nicht so hoch, denn die Stromleitung hängen hier in manchen Gegenden extrem tief.














Und so sollte es auch sein. Man musste sich manchmal sogar ducken um nicht in den Kabel hängen zu bleiben. Klar, waren sie isoliert, aber vielleicht eins manchmal auch nicht. 2 Brasilianer, die mit an Board waren, haben sich hingestellt zum Fotos machen, mit dem Rücken zu den Leitungen. Ich habe auf einmal gerufen wie eine blöde und gerade so vor einem Knäul von ca. 30 Kabeln haben sie sich noch setzen können. Entweder hätten sie im Bus gelegen, die Stromversorgung von La Paz unterbrochen oder Schlimmeres.








Heute waren wieder viele Proteste in der Stadt, so dass Wimpel usw. aufgehangen waren. Der Fahrer musste unterwegs mitten auf der Kreuzung anhalten und erstmal hochkommen die Wimpelkette durchschneiden. Jedes Mal in einer Abbiegung, bergauf, dachtest du der Bus kracht an die nächste Hauswand, weil alles so verwinkelt ist mit den Gassen.



Das Highlight war die Fahrt zu einem Aussichtspunkt den Killi Killi, auf ca. 3600m. Hier hat man einen fast 360° Rundumblick über La Paz und zum Illimani - grandios. 




Da ich noch Zeit hatte, habe ich La Paz auf den 4km Rückweg zum Hotel noch einmal richtig geniessen können. Die Stadt war heute extrem vollgestopft mit den Trufis. Hier gibt es kaum Autos sondern meist nur solche Sammeltaxis. Irgendwelche alten herunter gekommenen Bullis, wo einer aus der Beifahrerseite die fahrende Strecke raus schreit. Das ist in Südamerika hier normal, da es kaum ein öffentliches Verkehrsnetz gibt. Abends sind sie extrem voll, weil die ganzen Marktfrauen ihre Waren auch mit diesen Bussen nach El Alto transportieren.





An großen Plätzen findet man überall Polizei und an frequenten auch eine Touristenpolizei. Ich habe mich in La Paz sehr sicher gefühlt, obwohl ich anfangs dachte, dass es der Knackpunkt meiner Reise ist. Man hat zu viel über Entführungen in Taxis und Überfällen gehört. Mir ist zumindest nichts passiert und man kann sich hier sehr frei und sicher bewegen.




der Busfahrer







Auffällig ist auch unter der Bevölkerung, dass jede aber wirklich jede Frau, egal welchen Alters, lange schwarze Haare hat und diese meist zum Zopf gebunden. Wo bitte bleibt da die Auswahl? Naja die Männer sehen ja auch fast alle gleich aus. Ein peppiges, mit der Mode gehendes Volk sind die Bolivianer anscheinend überhaupt nicht. Wie überall auf meiner Reise tragen die Kinder Schuluniform, was ich sehr befürworte.

















Denn das Durchschnittseinkommen hier liegt bei 1200 US$ im Jahr. Das sind ca. 80€ im Monat. Und das ist wahrscheinlich die Mittelschicht. Klar ist es hier vieles billiger als bei uns aber dennoch können die mit dem bißchen keine großen Sprünge machen. Auch nur die Reichen gehen in Supermärkten einkaufen, weil sich andere diese große Vielfalt einfach nicht leisten können und lieber auf der Straße in den Garküchen für 1 € essen oder sich Obst und Gemüse dort kaufen. Schokolade und Kekse werden wohl die wenigstens regelmäßig essen können.



Heute bin ich noch einmal am Mercado de Brujas, dem so genannten Hexenmarkt vorbei gekommen. Das ist auch so eine skurille Sache. Dort kann man getrocknete Lama-Föten, Schlangenfleisch und z.B. Dynamit-Zündschnüre kaufen. Alles das dienst wohl spirituellen Zwecken und soll Geister und Krankheit fernhalten. Sehr eigenartig wie die kleinen Lamas da hängen und es nach Räucherstäbchen riecht überall.










14.30 Uhr ging mein Transfer zum Flughafen. Da ich hier kein Risiko eingehen wollte, habe ich mich mit dem Hoteleigenen Transfer, für vielleicht 2 € mehr, bringen lassen. Jetzt sind die 3 Wochen ohne große Vorkommnisse fast vorbei, da wollte ich noch die letzten Stunden, dass mich ein Taxi nach El Alto entführt. Und wieder das Gleiche! Ein normales Taxi hätte mich ca. 30BOL gekostet. Was stand vor der Tür? Ein Taxi und für das durfte ich das doppelte zahlen. Soviel zum Thema Sicherheit.










Es war aber ein netter älterer Herr, der mich ohne Probleme am Airport abgeladen hat. Dort angekommen, nahm das Drama seinen Lauf. 3 Schalter von LAN Airlines und 2 Flüge abzufertigen. Es ging und ging nicht vorwärts. ständig wurden Passagiere des Fluges nach Santiago vorgezogen obwohl dieser 30min später startet. 2h wartete ich dort. Genau bis 16.45 Uhr zur Abflugzeit nach Lima.






Ständig kamen Mitarbeiter und erzählten was auf spanisch und ich merkte, dass es ein Problem gibt. Irgendwann fragte ich mal jemanden, der mit mir in der Reihe stand und Englisch sprach, was hier los sei. Er meinte die können mit keinen vollen Flugzeug fliegen, weil die Wetterbedingungen - die Thermik heute sehr schlecht ist- Ca. 20 Passagiere müssen da bleiben. Soviel zum höchst gelegenen Flughafen der Welt (4100m), wo man sogar eine Sonderlizenz als Pilot braucht. Da wir aber 2h vor Abflug da waren, nahmen wir an, mit fliegen zu können. 20 ist ja nicht so viel.

aus dem Flugzeug


Ständig kamen neue Passagiere und durften in eine andere Reihe und waren immer eher fertig. Mir war so ein wenig nach dem Film Final Destination. Hat es einen Sinn nicht mit an Board zu kommen? Bevor ich nach 2h dran war, gingen die Check in Schalter zu. Nach 5min fragte mich jemand, ob ich nicht morgen nach Lima fliegen möchte und dann nach Bogota. Für einen Moment habe ich überlegt. Aber nein, wer trägt die Kosten für Hotel und Transfer? Und außerdem ist Check out Vormittag und ich hock bis abends ohne Hotel. Da haben andere eben nach mir Pech.
Titicaca See









Und ja, ich durfte mit. Ab da lief alles reibungslos. Von der riesig langen Startbahn hat man nichts mitbekommen und am Himmel blieben wir bis Lima ebenfalls. Dort sind wir 1h später da gewesen, weil sich alles verzögert hatte. Deshalb ging der Flug nach Bogota ebenso erst 30min später los. Nun bin ich wohlbehalten in Kolumbien angekommen. Gute Nacht Freunde!

Mittwoch, 29. August 2012

frei wie der Wind auf dem Montaña Chacaltaya 5421m ü. NN

La Paz Bolivien, den 28.08.2012

El Alto


Heute Morgen erstrahlte La Paz im herrlichsten Sonnenschein. Bloß gut, denn 8 Uhr ging es los, den Chacaltaya zu erklimmen.



wahnsinns Aussicht auf La Paz, im Hintergrund der Illimani


Wir waren eine Truppe junger Leute aus Brasilien, Mexiko, Österreich, Dänemark und den USA. Es war sehr lustig. Und immer wieder doch faszinierend: Wenn doch jeder seine eigene Sprache hat, mit einer trifft man sich immer!









Mt. Illimani 6462m



Zuerst mussten wir mit unserem Bulli aus dem Tal heraus - hoch nach El Alto. Dort haben wir in einem kleinen Laden noch was zum Mittag eingekauft, bei spärlicher Auswahl. Dort hat man anhand der paar Hundert Meter Höhenunterschied schon ganz klar die eisige Kälte spüren können. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt 4 Grad unter der von La Paz.












Mt. Huayna Potosi´6088m

Altiplano

La Paz



Es ging immer höher und nun endete auch die asphaltierte Straße und wir wackelten über Schotter weiter. Höher und Höher. Vegetation gibt es hier keine, außer ein paar Büsche. Ansonsten nur Staub und Steine. Und eine große Alpakaherde rannte an uns vorbei.

die Auffahrt
Mt. Sajama 6542m




Die Straße wurde immer schlechter und vor allem steiler. Jetzt ging es richtig bergan durch steile Serpentinen auf den Berg. Zu meinem Glück sahs ich hangwärts. Die linke Seite hatte schon gebetet hier wieder lebend runter zukommen. Straßenbreite = Autobreite. Es war aber keine gerade Strecke sondern Kurve um Kurve, bergauf und überall lagen große Felsbrocken denen man auch noch ausweichen musste.








































Nach ca. 2h waren wir angekommen: Chacaltaya Mountain ! Im Westen der Mt. Huayna Potosi´ mit 6088m, der Mt. Illimani mit 6458 im Osten, im Süden der höchste Berg Boliviens der Mt. Sajama mit 6542m, an der Grenze zu Chile, und im Südwesten der Tititcaca See. Was für ein Ensemble. Atemberaubend.









über den Wolken.....




















Die letzten 500 Höhenmeter ging es über so eine Art Schiefer Schotter auf die Spitze. Die ersten Schritte waren langsam. Kein Wunder. Der Luftdruck war auf 520 hPa. Außerdem war man viel zu sehr damit beschäftigt seinen Mund wieder zu zubekommen und Fotos zu machen.















2h haben wir auf dem Berg verbracht und sind dann wieder steil nach unten, über die Schotterpiste, bis nach La Paz Zona Sur gefahren. Das ist der südlichste Teil der Stadt. Und im Gegensatz zu El Alto, dem nördlichsten, wo die Armen wohnen, findet man in der Zona Sur nur die Reichen.











Hier befindet sich auch das Valle de la Luna - Mondtal. Es handelt sich um bizarre Felsformationen, die durch Erosionen und Regenfälle entstanden sind. Schon komisch, was die Natur zu hervor bringt.














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