Freitag, 2. Juni 2017

Zwei kleine Europäer in der "Todeszone"....

Heute früh um 7:30 Uhr wurden wir von unserem Gästehaus abgeholt. Los ging unsere Tour an die Grenze zur DMZ. Wir fuhren immer entlang des Han Rivers nach Norden. Der Fluß dient so zusagen als Grenze zur DMZ. Alles ist umgeben von Stracheldraht und Grenzposten. Das war schon beeindruckend an sich.





Unser erster Halt war im Imjingak Pyeonghoa-Nuri Park. Hier steht ein zerbombter Zug als Mahnmal des Korea Krieges. Außerdem die "Friedensbrücke" oder "the Bridge of no return" , wo Kriegsgefangende der geteilten Nationen ausgetauscht wurden und man nicht zurück konnte, wenn man einmal einen Weg eingeschlagen hat. Das skurrile ist, dass sich auch hier ein kleiner Freizeitpark befindet und viele Südkoreaner hierher Ausflüge machen.
Freizeitpark in gruseliger Atmosphäre 


Bahntrasse nach Nordkorea 
Nun kamen wir an die Grenze zur Pufferzone der DMZ, wo eine Passkontrolle erfolgte. Die Einfahrt in die Zone ist limitiert und nur begrenzt möglich. Bei der Weiterfahrt war alles fernab der Straßenränder abgesperrt wegen den Landminen. Nun sind wir am 3. Infiltrationstunnel angekommen. Anhand der vielen Informationen merkt man, auf welcher Seite Koreas wir uns befinden - die Aussagen tendieren schon stark zu einer Seite. Der Tunnel ging 550 m in die Tiefe bis zur ersten Barriere, die von den Südkoreaner als Schutzwall gebaut wurde, nachdem man in den 80er Jahren 4 Tunnel entdeckt hat, die wohl durch Nordkorea nach dem Kriegsende gegraben wurden um in Seoul einzuziehen.

Das Ende der "Bridge of no return" ... Friedenswünsche 


3. Infiltrationstunnel

Blick auf Nordkorea 
Der nächste Haltepunkt war einer der beiden Höhepunkte. Das Dorsa Observatorium. Hier hat man den besten Blick auf Nordkorea und die kürzeste Entfernung. Aus beiden Richtungen schallte Propaganda durch die Lautsprecher. Drüben waren nur wenige Mopeds zu sehen und Landarbeiter. Und natürlich beide Fahnenmaste, die in ihrer Höhe beidseits im Wettstreit liegen. Hier ist Nordkorea der Gewinner.


Südkoreas Fahnenmast 

Nordkoreas Fahnenmast 
















Nun kamen wir an der Dorasan Station an. Der. letzte Bahnhof im Südkorea, der aber außer Betrieb ist, da Züge von dort in nordkoreanische Richtung fahren würden. Gebaut wurde er 2002, durch Spenden, als es so aussah, dass man doch zu einer Einigung kommen könnte und eine Grenzüberschreitung möglich wäre. Von hier würde es direkte Verbindungen nach Pyeongyang geben.












Dann war Mittagspause und in der Tour inbegriffen. Übrigens ist die ganze Vor-DMZ Zone nur als Tour befahrbar und für Privatverkehr gesperrt. Es gab in einem traditionellen koreanischen Restaurant Jeongol. Das ist dünngeschnittenes Fleisch am Tisch mit Gemüse in einem Hot Pot gekocht. Dazu werden verschiedene Kleinigkeiten und Reis gereicht.


Dorasan Station 










14 Uhr ging es weiter zur Joint Security Area, dem Militärstützpunkt am Rand der DMZ, wo fotografieren streng verboten war und nur bestimmte Orte erlaubt waren. Ständig gab es zig Passkontrollen. Dort angekommen mussten wir in einen Militärbus steigen und unsere ganzen Sachen zurücklassen. Niemand hat seit über 60 Jahren den Grenzstreifen, der auf beiden Seiten 2 km breit ist, betreten (außer zur Durchfahrt), deshalb konnten sich so viele Tiere und Pflanzen neu entfalten und geschützte Arten hervor bringen.





Landschaft in der DMZ 

Es ging noch ein paar Kilometer Richtung Norden, bis wir endlich da waren - Panmunjon, die direkte Grenze in der DMZ zu Nordkorea. Gelaufen wurde nur in zweier Reihen und nur wenn der Soldat sagte, dass man gehen soll. Nun gingen wir durch das Freedom House und schon standen wir direkt im Angesicht mit nordkoreanischen Soldaten. Wir gingen ins Konferenzgebäude, wo 1953 der Waffenstillstand beschlossen wurde, aber es gab eben keinen Friedensvertrag. Es war eine gewaltig angespannte Situation. Im Gebäude selber befand man sich am Ende auf nordkoreanischem Terrain, weil die Grenze direkt durch den Raum geht. Hier steht auch der letzte südkoreanische Soldat. Abgesehen davon ist dies eigentlich der sicherste Ort in Südkorea. Wer bitte würde die direkte Schutzzone angreifen?


Panmunjeom -  Grenze zu Nordkorea 

















letzter Soldat auf südkoreanischer Seite im Konferenzgebäude




Das war es mit unserer Südkorea Reise. Nach 285.000 Schritten, 185 km zu Fuß, 960 km in öffentlichen Verkehrsmitteln, 375 km mit dem Auto und 27.000 km im Flugzeug -  verabschieden wir uns aus einem spannendem Land, mit riesigen Städten, interessanten kulinarischen Köstlichkeiten, Menschen die unterschiedlicher nicht sein können, tollen Landschaften, einer aufregenden Geschichte, WLAN was nirgends so oft verfügbar und vor allem schnell ist, Pünktlichkeit wie nie zuvor erlebt....


Nordkoreanischer Soldat, Dank 60fachem Zoom 

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